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Wo Pizza fünf Welz kostet und gleicher Lohn für alle gilt

Die Friedrich-Uhlmann-Schule hat sich eine Woche lang in die Stadt Uhlmanien verwandelt

Dicht belagert war das uhlmanische Arbeitsamt zu Beginn der Projektwoche. Binnen Kurzem herrschte Vollbeschäftigung.

Von Eva Klopp 

 

Laupheim sz:  In eine ganz eigene Welt, mit eigenen Gesetzen und einer eigenen Währung, hat sich diese Woche die Friedrich-Uhlmann-Schule verwandelt. „Uhlmania“ hieß diese Welt. Das Projekt sollte den 220 Schülern der Werkrealschule die Grundzüge von Demokratie und Wirtschaft näher bringen.

„Uhlmania – unsere Schule ist Stadt“, titelt das riesige Banner über dem Schulhof. Essensbuden und Strandbar verwandeln das Gelände in eine Miniatur-Fußgängerzone.

Auch Uhlmanier haben Hunger. Pizzabäcker bei der Arbeit.

An der Pizzabude herrscht Inflation, die Pizza kostet statt zwei Welz nun fünf.

Wie bitte – Welz? Der Stadtführer Müci Göksu klärt auf. Er geleitet den Besucher zum vielleicht wichtigsten Organ des Stadtgefüges: zur Bank. Dort können Nicht-Uhlmanier Euro in Welz umtauschen. Innerhalb der Mauern der Friedrich-Uhlmann- Schule hat allein diese Währung, benannt nach dem Rektor Johannes Welz, Gültigkeit.

Ohne Welz nichts los - diese Währung hat in Uhlmanien gegolten.

Die Geldscheine sind liebevoll gestaltet. Auf den Ein-Welz-Scheinen ist die Schule zu sehen, auf den Fünfern der Konrektor Andreas Trögele, während die Zehner mit einem Foto des Rektors versehen sind. Nur mit Bürgerausweis und Arbeitskarte kann der Uhlmania-Bürger sich bei der Bank seinen Lohn auszahlen lassen oder Geld abheben.

 

Alle wollten eine Stelle

Weiter geht es zum Arbeitsmarkt. Die Wände des Raumes sind mit Stellenanzeigen tapeziert. „Die ersten zwei Tage waren etwas chaotisch. Alle wollten gleichzeitig eine Stelle“, berichtet der Projektleiter Tom Mittelbach. Nun scheint die Jobfrage weitgehend geklärt.

Wer sich weiterbilden möchte, kann die Universität in den umfunktionierten Chemie- und Physikräumen besuchen. Auf dem Programm stehen Themen wie die Erforschung des Cola-Geheimnisses oder die Herstellung von Wunderkerzen.

Weiter geht’s in die Markthalle. Dort kann man selbstgefertigte Produkte von den Arbeitenden kaufen. In diesem Stockwerk befinden sich außerdem verschiedene Institutionen, zum Beispiel die Post und die Nähstube. In der Post wird ganz altmodisch mit Papier und Tinte gearbeitet; wie in der Schule herrscht in Uhlmania Handy-Verbot. Es werden Süßigkeiten und andere Kleinigkeiten verschickt. An der Wand hängt die aktuelle Ausgabe der „Uhlmanischen Zeitung“.

In der Nähstube werden Handytaschen und Kulturbeutel aus buntem Stoff hergestellt, die in der Markthalle reißenden Absatz finden. Weitere Arbeitsplätze gibt es in der Wetterredaktion und der Radio-AG. Letztere wird von Sechstklässlern des CLG betreut. Auch einige Auszubildende der Unternehmen Boehringer Ingelheim und Uhlmann sind in dieser Woche zu Gast in Uhlmania. Sie bringen den Schülern ihre Arbeitsfelder in den Bereichen Pharmaindustrie (Wie entwickelt man ein Medikament?) und Metallverarbeitung (Wie stelle ich ein Mühle-Spiel aus Stahl her?) näher.

Zwei Schüler haben sich mit einer Pommesbude selbstständig gemacht, nach Abzug der Steuern bleibt aber nicht viel übrig. „Das Leben ist doch nicht so einfach“, sagt Sandra Thaler, Lehrerin für Deutsch und Englisch. Ihrer Meinung nach hilft Uhlmania allen Beteiligten, „das Leben zu lernen“.

Handynutzung und Kaugummikauen sind in Uhlmania verboten. Wer es trotzdem0 macht, bekommt einen Strafzettel von der uhlmanischen Polizei. Diese hat alle Hände voll zu tun: Strafregister verwalten, Anzeigen schreiben, mit Warnwesten und Walkie-Talkie auf Streife gehen. Immerhin: Alle Bürger werden gleich behandelt, auch Lehrer können somit eine Anzeige bekommen.

Die öffentliche Sitzung des Stadtrats beginnt. Die uhlmanischen Pressekollegen zücken Kamera, Block und Kugelschreiber. Die neun Stadträte – Vertreter verschiedener Klassen – nehmen an einem langen Tisch Platz. Der Bürgermeister lässt auf sich warten. Er kümmert sich noch rasch um die Müllentsorgung. In Uhlmania herrscht direkte Demokratie, und so wird in der Sitzung über die neusten Bürgerbegehren debattiert. Gleicher Lohn für alle, fordert die Mehrzahl der Bürger. Die Stadträte stimmen zu.

Schüler - Stimmen

 

" Am Besten haben mir die Ohrringe und der Schmuck gefallen, die wir aus Deckeln und alten Espressokapseln gemacht haben. Das war richtiges Recycling"   Nadine Müller

 

" Am Besten hat mir unser Theaterstück gefallen, das wir die ganze Woche über einstudiert haben und für das wir Kostüme und Kulissen gebastelt haben."   Lisa-Marie Engels

 

"Man hat viel Zeit für etwas ganz anderes, wenn man nicht die ganze Zeit Unterricht hat."   Büsra Durmus

Es hat funktioniert

 

Projektleitung und Schulleitung sind mit dem Gesamtergebnis zufrieden.

 

Tom Mittelbach ist stolz auf seine Schüler: "Wir Lehrkräfte haben viel aus der Hand gegeben - und es hat funktioniert.

 

Der Konrektor Andreas Trögele sagt: "Ich glaube, die Schüler haben in Sachen Politik, Gesellschaft und Verantwortung in dieser einen Woche mehr gelernt als in einem ganzen Schuljahr.

Neue Freundschaften entstehen

„Es ist für mich eine große Herausforderung“, sagt Bürgermeister Mertkan Güldag nach der Sitzung. Viel Hektik, und vor allem: viel Organisation. Er wurde bereits im Vorfeld gewählt und setzte sich im Wahlkampf gegen zwei Mitbewerber durch. Etwas Besonderes sei für ihn auch, mit Schülern aus anderen Klassen zu kooperieren. Dadurch entstünden neue Freundschaften, außerdem „ist es im Stadtrat egal, ob man in die 5. oder die 8. Klasse geht“.

 

Zum Wochenausklang hat Uhlmanien am Freitag zu einem großen Stadtfest eingeladen. Es spielten die Ulmer Band „Qunstwerk“ und es tanzten die „Funky Kids“ aus Biberach.

 

Schwäbische Zeitung vom 26.07.2014 / Regionalausgabe Laupheim

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