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Ein etwas anderer Blick auf die Geschichte

Neuntklässler der Friedrich-Uhlmann-Schule präsentieren Musikvideo

– ihre Auseinandersetzung mit dem Dritten Reich

"Es lief wirklich gut", sind sich die Schüler einig. Sie haben ergänzend zum Video über ihre Arbeit im ehemaligen KZ berichtet.
Die Coaches: (von rechts) Christian Hospodarsch, Ilber Covanaj, Murat Sahin, Andrea Bendel und Annete Lein.
Schüler, Lehrer und Coaches bei der Präsentation des Musikvideos: „Es lief wirklich gut“, sind sich alle einig.

Bilder und Text von Agathe Markiewicz

 

Laupheim - Die Schüler der Klasse 9 b der Friedrich-Uhlmann-Schule in Laupheim haben sich auf eine etwas andere Art mit der Geschichte des Dritten Reichs auseinandergesetzt. Im vergangenen Dezember haben sie drei Tage im ehemaligen Konzentrationslager Oberer Kuhberg in Ulm verbracht und über ihre Erlebnisse, Gefühle und Eindrücke ein Musikvideo gedreht. Am Montagabend haben sie es in der Mensa der Schule Eltern, Lehrern und Mitschülern präsentiert.

 

Der Film beginnt: Eine grüne Wiese, weiße Mauern. Ein Wärter mit weißer Maske schubst einen Gefangenen Richtung Gebäude. Im Inneren des Raumes fällt dieser hin. Andere Maskierte kommen hinzu. Sie schlagen und treten den am Boden Liegenden. Im Hintergrund singen Schüler „Der Hass hat über die Liebe gesiegt“. Die Musik wechselt zum Rap. Wacklig führt die Kamera durch enge Gänge weiter. Dem Zuschauer stellen sich die Härchen auf den Armen auf. Gänsehaut, Bedrückung, Beklemmung und Angst breiten sich aus. Am Ende haben auch alle Häftlinge weiße Masken auf.

 

„Ohne pädagogischen Zeigefinger“

 

Das Musikvideo ist ein Projekt der Neuntklässler mit dem Titel „Was geht uns eure Geschichte an?“ „Es ist ein spannendes Projekt geworden, das gut funktioniert hat“, sagt Lehrer Tom Mittelbach, der durch den Abend führt. „Und funktioniert ohne den pädagogischen Zeigefinger.“

Auch die Schüler bestätigen an dem Abend: „Es lief wirklich gut.“ Sie erzählen von ihren Erwartungen, den Gruppen, die sie gebildet haben, wie das Film-, das Musik- und das Kamerateam. „Wir haben den Text für den Song selbst geschrieben, bevor wir aber singen konnten, haben wir ein Vocalcoaching bekommen.“ Dann ging es ins Studio und das Lied wurde eingesungen.

Yvonne sagt über die drei Tage in der Gedenkstätte: „Es war hammer-cool. Ich konnte mir vorstellen, wie sich die Häftlinge gefühlt haben. Es ist krass, wie es damals war.“ Ihre Klassenkameradin Elena fügt hinzu: „Ich habe viele Sachen erfahren, die ich vorher nicht wusste. Es war aber auch toll, das Musikvideo zu drehen und in einem Tonstudio den Song aufzunehmen.“ Die Mädels sind sich einig, dass sie bei so einem Projekt wieder mitmachen würden.

Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner ist froh, dass die Neuntklässler das Projekt an der Gedenkstätte umgesetzt haben.

„Es ist ein tolles Projekt geworden“, findet auch Ulms Oberbürgermeister Ivo Gönner, der als Mitglied des Stiftungsrats der „Stiftung Erinnerung Ulm – für Demokratie, Toleranz und Menschenwürde“ zur Präsentation gekommen ist. „Die jungen Leute haben ein Gespür dafür bekommen, was Menschen anderen Menschen antun können, an einem Ort, an dem politisch Unbequeme eingesperrt und misshandelt wurden.“ Dennoch solle man nicht darüber reden, wer damals versagt hat. „Denn wir selbst versagen jeden Tag“, sagt Gönner. „Wir sollten nicht auch noch zutreten, wenn jemand getreten wird, sondern dazwischen gehen.“ Ivo Gönner schließt mit den Worten: „Ich bin sehr froh, dass das Projekt mit den jungen Leuten umgesetzt wurde.“

„Wie Grüße aus der Steinzeit“

 

Dem schließt sich auch Laupheims Bürgermeister Rainer Kapellen an, der den ehemaligen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker zitiert: „Es ist wichtig, Erinnerungen wachzuhalten.“ Kapellen meint, dass es den Schülern gelungen sei, das Grauen in Worte zu fassen. „In eure Worte, in Jugendsprache. Und das, obwohl euch die alten Dokumente und Zeitzeugnisse vorgekommen sein mussten wie Grüße aus der Steinzeit. Ihr, die mit HD und Whatsapp aufwachst.“ Mit dem Projekt hätten die jungen Menschen gezeigt, dass sie ihr Wissen weiter geben wollen. Jetzt sei es wichtig, kritisch und wachsam zu bleiben und die Entwicklungen zu beobachten.

 

„Die Schüler haben hautnah und authentisch erfahren, wie die Häftlinge leben mussten“, sagt Rektor Johannes Welz. „Zudem haben Coaches die Auseinandersetzung der Schüler mit dem Thema ermöglicht.“ Neben dem Klassenlehrer Andreas Trögele waren das Annette Lein, Gedenkstättenpädagogin am KZ, die Regisseurin Andrea Brendel und die Musikcoaches Murat Sahin, Christian Hospodarsch und Ilber Covanaj. „Wir engagieren uns seit 2005 im Bereich der Jungendarbeit“, verraten die jungen Männer. „Wir machen aber auch Musik.“ Und wie zum Beweis untermauern sie ihre Vorstellung mit einem eigenen Musikvideo mit dem Titel „Mensch“.

 

Das Video der Schüler gibt es momentan leider noch nicht öffentlich zu sehen. Das Musikvideo der Coaches ist unter ebeni-records.de zu sehen und hören.

 

Schwäbische Zeitung vom 27.02.2014 / Regionalausgabe Laupheim

 

Link zum Projekt "...was geht mich eure Geschichte an?"

 

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