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„Eine neue Lernkultur hält Einzug“

Rektor Johannes Welz über die künftige Friedrich-Uhlmann-Gemeinschaftsschule

„Der Mix macht’s“: Johannes Welz in einem „Lernbüro“ der Friedrich-Uhlmann-Schule. (Foto:Roland Ray)

Laupheim sz 62 neue Gemeinschaftsschulen starten zum Schuljahr 2015/2016 in Baden-Württemberg. Zu ihnen gehört die Friedrich-Uhlmann-Schule in Laupheim. Im SZ-Interview erläutert der Rektor Johannes Welz das pädagogische Konzept.


SZ: Herr Welz, der Kultusminister gibt grünes Licht, die Friedrich-Uhlmann-Werkrealschule darf sich zur Gemeinschaftsschule entwickeln. Wie sieht der Beginn aus?

Welz: Wir beginnen nach den Sommerferien, geplant sind zwei fünfte Klassen. Darauf bauen wir sukzessive auf. Die Werkrealschule führen wir, bis sie in fünf Jahren endet, ohne Einschränkung weiter wie bisher. Diesen Schülern soll und darf nichts abgehen.

 

SZ: Was macht die Gemeinschaftsschule aus?

Welz: Eine neue Lernkultur hält Einzug. Die Schüler lernen länger gemeinsam, die Lernangebote sind auf die Fähigkeiten jedes Einzelnen abgestimmt. So kann jeder Schüler den für ihn bestmöglichen Abschluss ablegen. Das ist in meinen Augen einer der großen Pluspunkte.

 

SZ: Um Gemeinschaftsschule werden zu können, mussten Sie ein pädagogisches Konzept vorlegen. Können Sie die Kernpunkte für unsere Leser zusammenfassen?

Welz: An der künftigen Friedrich-Uhlmann-Gemeinschaftsschule werden Schülerinnen und Schüler in den Klassen 5 bis 10 auf drei Niveaustufen unterrichtet; diese entsprechen den Bildungsstandards von Haupt- und Werkrealschule, Realschule und Gymnasium. Unser Konzept ist ein Mix aus individualisiertem Lernen in Lernateliers und bewährten „traditionellen“ Unterrichtsformen.

 

SZ: Will heißen...

Welz: Individualisiertes Lernen bedeutet, nach einer Einführung in das Thema erhalten die Schüler Lernjobs, die sich an einer der drei genannten Stufen orientieren. Diese werden nach Bedarf ergänzt durch weitere „Inputs“. Das praktizieren wir jetzt bereits im Hauptfachunterricht der Klassen 5 bis 7. Ein Wechsel auf eine andere Niveaustufe ist jederzeit in jedem Fach möglich. Wichtig ist eine intensive Lernbegleitung durch den Lehrer. Unsere Idee ist, dass jeder Schüler die ganze Schulzeit über denselben Lernbegleiter als Ansprechpartner hat – wenn die Chemie stimmt. Unter „traditionell“ verstehen wir zum Beispiel Phasen mit Gruppen- oder Partnerarbeiten, Lernzirkeln, projektartiges Arbeiten. Das schafft soziale Kontakte im Unterricht. Ausschließlich Lernjobs zu vergeben hielte ich für sehr einseitig. Der Mix macht’s.

 

SZ: Planen Sie auch eine gymnasiale Oberstufe an Ihrer Schule?

Welz: Nein. Die Mindestzahl von 60 Schülern werden wir niemals abbilden können. Wir setzen stattdessen stark auf das gymnasiale Angebot der beruflichen Schulen und suchen bereits jetzt eine enge Kooperation mit der Kilian-von-Steiner-Schule.

 

SZ: Ist das Kollegium für die neue Schulform gerüstet?

Welz: Die Erfahrungen mit individualisierten Lernformen im eigenen Haus zeigen, dass sich Lehrer einarbeiten können und das auch tun. In Kombination mit Fortbildungen ist das ein tragfähiges Fundament. Werkrealschullehrer sind so gut ausgebildet, dass sie in den Klassenstufen 5 und 6 in den studierten Fächern alle drei Niveaus unterrichten können. Mittelfristig müssen freilich auch Lehrer der anderen Schularten bei uns unterrichten.

 

SZ: Und wie ist es um die räumlichen Voraussetzungen bestellt?

Welz: Ein bisschen wird die Stadt zum Start der Gemeinschaftsschule nachbessern müssen. Das Weitere hängt davon ab, wie die neue Schulform in Laupheim angenommen wird. Ich denke aber, die nächsten Jahre werden keine größeren baulichen Veränderungen notwendig sein.

 

SZ: Gemeinschaftsschulen müssen Ganztagsschulen in gebundener Form sein. Dagegen haben auch Eltern in Laupheim Vorbehalte geäußert. Was sagen Sie ihnen?

Welz: Ganztagsschule ist mitnichten der Versuch, Eltern aus der Erziehungsverantwortung zu drängen. Im Gegenteil, wir streben ein enges Zusammenwirken an. Ein rhythmisierter Schultag, in dessen Verlauf sich individuell gefördertes Lernen und ergänzende Angebote abwechseln, verlangt die Ganztagsform. Maßgabe muss sein, dass spätestens um 16.30 Uhr Schluss ist und die Kinder schulisch weitgehend alles für den Tag erledigt haben, wenn sie heimkommen. Dann bleibt Zeit für Vereinsaktivitäten. Ich hoffe, dass wir elterliche Bedenken durch die Attraktivität unseres Angebots zerstreuen können. Wohlgemerkt: Ganztagsschule heißt nicht Ganztagsunterricht.

 

SZ: Damit die Gemeinschaftsschule gut funktioniert, braucht sie genügend leistungsstarke Schüler, heißt es. Daran fehlt es offenbar noch.

Welz: Der Prozentsatz der Schüler mit Gymnasialempfehlung an Gemeinschaftsschulen ist derzeit noch zu niedrig. Es ist eben ein längerer Prozess, bis die Gemeinschaftsschule hinreichend Akzeptanz erfährt.

SZ: Realschulen bieten nach dem Willen der Landesregierung künftig auch den Hauptschulabschluss an. Erwächst den Gemeinschaftsschulen dadurch Konkurrenz?

Welz. Ich sehe das nicht als Konkurrenz, sondern als eine Ausweitung der Wahlmöglichkeiten für Eltern und ihre Kinder. Im Übrigen weiten auch wir unser Angebot aus, sogar deutlich: Die Friedrich-Uhlmann-Gemeinschaftsschule spricht nicht mehr nur die klassische Klientel einer Werkrealschule an. Wie sich das zwischen den Schularten einpendelt, muss sich zeigen.

 

Das Gespräch führte Roland Ray.

 

Schwäbische Zeitung vom 03.02.2015 / Regionalausgabe Laupheim

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