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Ein Nein zum Mobiltelefon

21 Fünftklässler der Friedrich-Uhlmann-Schule praktizieren zwei Wochen das Handyfasten

Eine Woche haben sie schon geschafft: Die 21 Schüler der 5a der Friedrich-Uhlmann-Schule führen ein Fastentagebuch über ihren Handyverzicht. Foto: Agathe Markiewicz

Von Agathe Markiewicz

Laupheim Wie war das noch, als es keine Handys gab? Kein Geklingel in der Besprechung, keine SMS im Unterricht, keine Musik beim Joggen und keine Spiele in der Pause. Kann man sich kaum vorstellen, dass ein Leben ohne noch funktionieren kann. Aber 21 Fünftklässler der Laupheimer Friedrich-Uhlmann-Schule beweisen gerade das Gegenteil. Für zwei Wochen haben sie beschlossen, auf ihr Mobiltelefon zu verzichten. Sie machen Handyfasten. Und sie scheinen ganz zufrieden damit zu sein.

 

Kinder ziehen Zwischenbilanz


Es ist Montagmorgen. Gerade hat die Glocke zur Pause geklingelt. 21 Mädchen und Jungen kommen in den Schülerraum der Friedrich-Uhlmann-Schule. Die Schüler, die einen Großteil der 5a ausmachen, treffen sich mit Schulsozialarbeiterin Birgit Gutmann und FSJ-Kraft Stefanie Schwöble. Die Kinder wollen Zwischenbilanz ziehen. Sie erzählen, wie es ihnen eine Woche ohne Handy ergangen ist. Drei Schüler, die kein Mobiltelefon haben, verzichten auf Süßigkeiten und den Fernseher.

Salin fehlt das Telefonieren

 

„Am Freitag bin ich ausgerastet“, erzählt Isabelle, die seit einer Woche ohne Telefon auskommt. „Es war fast nicht auszuhalten.“ Sie hat es dennoch geschafft. Luca dagegen ist einmal schwach geworden, „aber nur, weil ich meiner Mutter schreiben musste. Sie sollte mich abholen“. Für Armel hat es ganz gut mit Ablenkung funktioniert. „Ich war mit meiner Familie unterwegs“, sagt er. „Und bei dem schönen Wetter mit Freunden Eis essen.“ Max erzählt, dass er sich schon an ein Leben ohne Handy gewöhnt hat. Salin dagegen fehlt das Telefonieren, Yunus und Noel würden gern mal wieder eine SMS schreiben, Luca und Alperen vermissen ihr Whatsapp. Manche Schüler berichten, dass sie von ihren Geschwistern geärgert werden, die vor ihrer Nase mit dem Telefon spielen oder Süßigkeiten verdrücken.

 

Ihre Erlebnisse halten die Schüler in einem Fastentagebuch fest. Darin notieren sie täglich, ob sie es geschafft haben zu verzichten, ob es leicht oder schwierig war, wie es ihnen dabei erging und was sie besonders vermisst haben. Jeder hat auch eine Kontrollperson, zum Beispiel die Mama oder den Papa, benannt, die täglich das Fasten begleitet. Wenn die Kinder auch noch die zweite Woche durchhalten, wartet eine Belohnung. „Es wird ein Candle-Light-Dinner geben“, verrät Birgit Gutmann. „Außerdem werden wir einen Film schauen und in der Schule übernachten.“

 

Doch es scheint, als hätten die Kinder diese Motivation gar nicht nötig. Denn auch wenn es ihnen nicht immer leicht fällt, ist es für niemanden ein schrecklicher Verzicht, haben sie festgestellt. Sie wollen alle dran bleiben. Ihnen ist nämlich etwas bewusst geworden: Sie alle haben mehr Zeit für andere Dinge. „Ich unternehme jetzt mehr mit meinen Freunden“, sagt Michaela. „Und ich habe mehr Zeit für die Schule und zum Lernen.“ Jessica investiert ihre Freizeit, um mit ihrem kleinen Bruder zu spielen. Linus kickt mehr Fußball und Viktoria hat das ganze Wochenende im Garten verbracht. „Ich habe ganz viel Unkraut gerupft“, erzählt sie stolz. „Es ist jetzt alles so aufgeräumt und schön.“

 

Beleidigungen und Kettenbriefe


Die Idee zum Handyfasten ist in einer Klassengemeinschaftsstunde entstanden. In diesen Stunden bereden die Schüler mit der Schulsozialarbeiterin ihre Probleme. Als die Fünftklässler von Beleidigungen und Kettenbriefen erzählten, die sie über ihre Mobiltelefone erhalten, einigten sich alle auf diesen Selbstversuch. „Das Handyfasten ist zwar angelehnt an die christliche Fastenzeit“, erklärt Birgit Gutmann. „Aber wir haben an der Schule viele unterschiedliche Nationalitäten, und für alle hat das Fasten eine andere Bedeutung.“ Die Eltern sind in das Projekt eingebunden und finden es gut.

 

Die Schulsozialarbeiterin beobachtet, dass das Handy Druck und Zwang auslöst. „Die Kinder kommen nicht mehr zur Ruhe“, sagt Birgit Gutmann. „Das Handy zieht ihnen enorm viel Energie ab.“ Viele lägen nächtelang wach, um ständig online zu sein. Nicht ausgeruht und mit Augenringen schleppen sie sich zur Schule. Besondere Sorgen bereitet der Schulsozialarbeiterin die Nachrichtenplattform Whatsapp. Sie ist erst freigegeben für Jugendliche ab 16 Jahren. Doch das wüssten viele Schüler und Eltern nicht.

 

Mit der Aktion möchte die Schulsozialarbeiterin ein Signal setzen und das Bewusstsein der Schüler stärken. Sie ist deshalb froh, dass so viele Kinder begeistert mitmachen. Birgit Gutmann wünscht sich, das Handyfasten auf höhere Klassen auszuweiten, was schwieriger werden könnte. Dennoch findet sie: „Die Kinder haben es verdient, nicht immer erreichbar zu sein.“

 

Schwäbische Zeitung vom 01.04.2014 / Regionalausgabe Laupheim

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