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Jugendliche zeigen, wie wichtig Toleranz ist

Sandra Leanyvari aus Obersulmetingen gewinnt Kurzfilmwettbewerb anlässlich des Laemmle-Jahres

Sandra Leanyvari freute sich über die Siegerurkunde aus den Händen von Matthias Schönwald. Von Christian Reichl SZ Laupheim

Laupheim sz Das Museum zur Geschichte von Christen und Juden hat zum 150. Geburtstag des wohl bekanntesten Sohnes der Stadt Laupheim einen Kurzfilmwettbewerb für Jugendliche ins Leben gerufen. „Der Humanist Carl Laemmle war die personifizierte Toleranz, um Toleranz sollte sich auch das Thema der Filme drehen“, sagt Matthias Schönwald, Pädagogischer Leiter des Museums. Am Sonntagnachmittag wurden bei der Gala im Laemmle-Kino die Preise an die Nachwuchsproduzenten verliehen.

 

Der kleine Kinoraum des Museums ist prall gefüllt mit Menschen, die gespannt auf die Ergebnisse der Jury –bestehend aus Christine Scherer, der Leiterin der Stadtbibliothek, dem Mediencoach Manuel Waibel und Matthias Schönwald – warten. Bewertet wurden die Kurzfilme nach den Kriterien Idee, Drehbuch, Kameraführung, Schnitt und Ton. Zwar wurden nur vier Produktionen eingereicht, „dafür waren die es aber alle wert, angeschaut zu werden“, meint Schönwald.

 

Einen vierten Platz gab es nicht, dafür zwei drittplatzierte Gruppen, die sich den Preis teilen mussten. Dazu gehörte die Gruppe um das Jugendhaus in Laupheim, vertreten durch ihren Drehbuchautor Leo Pachonick, der dort derzeit ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert. „Wir haben das Drehbuch öfters mal zu Seite gelegt, da die Aufnahmen des Zusammenseins im Jugendhaus wirklich ausdrucksstark waren“, sagt Pachonick vor der Vorführung des Kurzfilms. Er zeigt die Gemeinschaft von Jugendlichen, die zusammen Aktivitäten nachgehen und Spaß haben. Dazu werden Sätze eingeblendet wie: „Wir teilen Freude und lachen zusammen.“

 

Der Käfig öffnet sich

 

Bei der Mannequin-Challenge, einem Video-Trend aus den USA, haben die Jugendlichen die alltäglichen Szenen im Jugendhaus bewegungslos nachgestellt. Dabei bewegt sich die Kamera durch die Räume, während die jungen Menschen wie eingefroren vor der Konsole sitzen, sich beim Kartenspiel freuen und ein Tischkicker-Duell austragen. Die letzten Szenen zeigen ein Spiel im Fußball-Käfig, der zuerst für die Kamera verschlossen scheint. Dann eilt jedoch ein junger Mann herbei, öffnet die Tür und bittet die Person freundlich, mitzuspielen. „Der Käfig steht für Exklusion, aber er öffnet sich“, merkt Matthias Schönwald an.

 

Ebenfalls den dritten Platz belegten die „IN-D(E)S“ des Gymnasiums Ochsenhausen. Die Gruppe setzte sich aus einer Vorbereitungsklasse für Integrationsschüler und dem Musikzug der neunten Klasse zusammen. Initiatorin des Schulprojekts war die Kunstlehrerin Simone Fleischmann, die auch die Kreativ-AG leitet. Die Schüler der Musikklasse komponierten ein Stück, das sie mit den Schülern der Vorbereitungsklasse gemeinsam aufgenommen haben. Dabei singen die Schüler über Toleranz und Inklusion, im Refrain heißt es: „Wir sind alle Menschen, trotz unterschiedlicher Geschichten gehören wir alle dazu, Menschen wie ich und du.“ Im Kurzfilm arbeitete das Team mit einer Collage, auf die verschiedene bewegliche Teile aufgelegt wurden und die gewisse stereotype Vorstellungen von den Kulturen beschreibt. „Die Begegnung bringt zu Tage, dass wir alle Menschen sind, trotz unterschiedlicher Geschichten“, ergänzte Schönwald.

 

Platz zwei für „Samstagsclub“

 

Den Preis für den zweiten Platz holte sich der „Samstagsclub Laupheim“ – eine gemischte Gruppe, die sich einmal im Monat trifft und an die Friedrich-Uhlmann-Schule angedockt ist. Unter dem Titel „Inklusion ist ein Menschenrecht“ dokumentierten die Zehntklässler Silas Hohwieler und Lucas Glocker das Projekt Samstagsclub. Beide hatten zuvor an dem Vorbereitungsworkshop, den das Museum im Januar angeboten hatte, teilgenommen und sich dabei grundsätzliche Produktionstechniken angeeignet. Der Film beginnt mit einer Szene, in der die beiden Schüler auf dem Sofa sitzen und der eine den anderen fragt, was Inklusion eigentlich bedeutet. Anhand von bunten Smarties wird die Definition dargestellt: „Inklusion ist, wenn alle dazugehören.“ Im Film sieht man behinderte und nicht-behinderte Menschen, die miteinander Zeit verbringen. Die verschiedenen Tätigkeiten, die der Zuschauer auf der Leinwand zu sehen bekommt, werden mit den Worten „Zusammen spielen, zusammen klettern, zusammen die Sonne genießen“ beschrieben. Geleitet wird der Samstagsclub von Birgit Gutmann, Schulsozialarbeiterin der Friedrich-Uhlmann-Schule, und der Sozialarbeiterin der städtischen Jugendarbeit, Cennet Erol.

 

Den ersten Preis sicherte sich Sandra Leanyvari aus Obersulmetingen. Sie besucht derzeit die sechste Klasse des Carl-Laemmle-Gymnasiums und konnte mit ihrem Film „Alama und Verena – zwei beste Freunde“ die Jury überzeugen. Für Schönwald ist der Film in zweierlei Hinsicht besonders: „Erstens wurde er von einer Einzelperson und keiner Gruppe produziert, zweitens erzählt der Film eine Geschichte, wohingegen die anderen Filme eher Projekte dokumentierten.“ Den ganzen Film hat Sandra Leanyvari mittels Stop-Motion-Technik produziert, dafür nutzte sie Lego-Figuren und reihte einzelne Bilder aneinander, ähnlich wie bei einem Daumenkino.

 

Der Film beginnt mit einer Szene im Mathematikunterricht. Die Tür öffnet sich, eine neue Schülerin wird vorgestellt, ihr Name ist Alama. In der Großen Pause kommt es auf dem Schulhof zum Streit, eine Gruppe schließt Alama aus, nur Verena freundet sich mit ihr an. Die Streitigkeiten setzen sich auch in den folgenden Tagen fort, während sich Verena und Alama immer besser kennenlernen. Höhepunkt ist die Szene, in der die beiden Mädchen auf dem Marktplatz Eis essen. Zufällig sehen sie eine ihrer Klassenkameradinnen. Als diese unachtsam die Straße überquert, handeln die beiden Mädchen und retten sie vor einem Auto. Am nächsten Tag findet ein Umdenken bei der Gruppe statt und die Mädchen entschuldigen sich bei Verena und Alama. „Es geht darum, jeden Menschen zu akzeptieren, wie er ist – egal welcher Religion oder Herkunft“, ergänzt Sandra Leanyvari.

 

Schwäbische Zeitung vom 08.05.2017 / Regionalausgabe Laupheim

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