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Friedrich-Uhlmann-Schule soll Gemeinschaftsschule werden

Bei zwei Enthaltungen beauftragt der Gemeinderat die Stadtverwaltung, die Umwandlung zu beantragen

Die Friedrich-Uhlmann-Schule soll Gemeinschaftsschule werden. Foto: Barbara Braig

Von Roland Ray

Laupheim Die Friedrich-Uhlmann-Werkrealschule soll in eine Gemeinschaftsschule umgewandelt werden. Bei zwei Enthaltungen hat der Laupheimer Gemeinderat am Montagabend die Verwaltung beauftragt, bis zum 1. Juni entsprechende Anträge bei den Schulbehörden zu stellen, damit die neue Schulform im September 2015 starten kann.


Die Stadträte hatten das Thema bereits nichtöffentlich vorberaten und vereinbart, sich in der öffentlichen Sitzung auf Fraktionserklärungen zu beschränken.

 

FW: Bei Welz in guten Händen


Aus Sicht der Freien Wähler sei die Kehrtwende der Friedrich-Adler-Realschule bedauerlich, sagte der FW-Sprecher Rudolf Pretzel. Wie berichtet, hatte auch die Laupheimer Realschule zunächst Interesse bekundet, Gemeinschaftsschule zu werden, dann aber Mitte Februar erklärt, dass sie nicht mehr zur Verfügung stehe. Das Image der neuen Schulart habe sich landesweit in einem nicht vorhersehbaren Maß zum Negativen verändert, beklagten die Rektorin Romy Popp und das Lehrerkollegium in einem Brief.

Für den Imageverlust gebe es Ursachen, stellte Pretzel fest und warf der grün-roten Landesregierung vor, die Gemeinschaftsschule vorschnell eingeführt zu haben, „begleitet von einer mehr als holprig in Gang gesetzten Schulentwicklungsplanung, die vor allem die Kommunen und Schulträger in Zugzwang brachte“. Dazu gesellten sich „Stockfehler“ im neuen Bildungsplan sowie starke Gegenwehr von Interessenverbänden und der politischen Konkurrenz.

Auch die Diskussionen in Laupheim hätten der Gemeinschaftsschule nicht den Rücken gestärkt, bilanzierte Pretzel. Besonders an der Ausrichtung als gebundene Ganztagsschule habe sich Kritik entzündet, „die erkennbaren Vorteile spielten keine Rolle“.

Der Rektor Johannes Welz habe bei der Präsentation des pädagogischen Konzepts seiner Schule für eine Gemeinschaftsschule überzeugt, lobte Pretzel. „Wir gehen davon aus, dass die künftige Gemeinschaftsschule bei ihm und seinem Kollegium in guten Händen ist.“ Aber auch der Schulträger müsse dahinter stehen - „ein neuer Briefkopf, ein neues Namensschild reichen nicht“.

 

CDU: Das stärkt den Schulstandort


Auch der CDU-Fraktionschef Burkhard Volkholz zieh die Landesregierung einer überhasteten und unüberlegten Einführung der Gemeinschaftsschule, was dazu beigetragen habe, Schüler, Eltern, Schulträger und Wirtschaft zu verunsichern. Mit der Entscheidung, Laupheims Werkrealschule in eine Gemeinschaftsschule umzuwandeln, „handeln wir richtig“, sagte er, „denn so bleibt das Erfolgsmodell Realschule erhalten“. Seine Fraktion sei durchaus überzeugt davon, dass die Gemeinschaftsschule für viele Schüler die richtige Schulform sein könne, „doch sehr viele Eltern in Baden-Württemberg trauen dieser neuen Schulart nicht so richtig“.

Die CDU-Fraktion begrüße es, dass die Stadt Laupheim weiterhin ein differenziertes Schulsystem für die unterschiedlichen Begabungen anbieten wolle, sagte Volkholz: „mit einem anerkannten Gymnasium, einer starken Realschule, einer Gemeinschaftsschule mit allen Chancen, sowie einem Technischen Gymnasium“.

Die Umwandlung der Werkrealschule zur Gemeinschaftsschule werde den Schulstandort Laupheim erheblich stärken und viele Schüler aus der Region nach Laupheim bringen, gab sich Volkholz überzeugt. Es müsse nun freilich kräftig dafür geworben werden, um die Akzeptanz bei Schülern und Eltern zu steigern. Dazu gehöre eine ausführliche Beratung, auch an Gymnasium und Realschule. „So kann man Enttäuschungen und falsche Erwartungen reduzieren.“ Zu wünschen wäre ferner, dass „an den Rahmenbedingungen nicht weiter herumexperimentiert wird und die ungleiche Verteilung der Ressourcen, von Geld und Lehrerstellen aufhört“.

 

SPD:Ohne Gewissenskonflikt

 

Nach dem Rückzug der Friedrich-Adler-Realschule könne man ohne Gewissenskonflikte entscheiden, sagte Brigitte Schmid (SPD). Da das pädagogische Konzept der Gemeinschaftsschule von keiner der beiden Schulen jemals in Frage gestellt worden sei, sondern bereits in Teilen so unterrichtet werde, „kann von unserer Seite dem Wunsch der Friedrich-Uhlmann-Schule, ab 2915/16 als Gemeinschaftsschule zu starten nur zugestimmt werden.“ Allen Befürwortern sei jedoch dringend zu raten, das neue Konzept auch weiterhin in den Grundschulen einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen und auf die Vorzüge wie längeres gemeinsames Lernen, rhythmisiertes Lernen und Lernen in Lerngruppen hinzuweisen.

Ein Haar in der Suppe vermochte Schmidt nicht zu erkennen, eher eine Einschränkung: „Es gibt dann auch nach sechs Jahren keinen Werkrealschuleabschluss mehr in Laupheim“. Lernfreudigen Schülern eröffne sich sie Möglichkeit, je nach Neigung die Oberstufe der Kilian-von-Steiner-Schule zu besuchen, die zum Abitur führe. Fazit: „Eine erfolgreiche Schulkarriere steht jedem Schüler, jeder Schülerin in Laupheim offen.“

 

OL: Nicht klar Flagge gezeigt


Die mit dem Thema befassten Pädagogen hätten sich eine schnelle Entscheidung gewünscht, um planen und loslegen zu können, resümierte Iris Godel-Ruepp (Offene Liste), Lehrerin an der Friedrich-Adler-Realschule. Doch die zuständigen Gremien hätten gebremst. Alle sollten angesichts der weit reichenden Entscheidung mitgenommen und beteiligt werden - „das hat Zeit benötigt, so funktioniert Demokratie“.

Gleichwohl übte Godel-Ruepp auch Kritik am Laupheimer Procedere: „Sich letztlich an Sicherheitsleinen wie der Elternumfrage entlang zu hangeln, nicht klar Flagge zu zeigen und ein Modell aufzubauen, in dem es vermeintlich keine Gewinner und Verlierer gibt, den Gemischtwarenladen aller Schularten aufzumachen, das kann wiederum nur verunsichern.“ Je länger diskutiert wurde, desto deutlicher sei geworden, „dass es hier in Laupheim eigentlich nicht wirklich um das Thema Gemeinschaftsschule geht, sondern die Verwerflichkeit vom Ganztag“. Zudem sei die Gemeinschaftsschule längst Spielball im aufkommenden Landtagswahlkampf; sie werde mehrheitlich zerredet.

Immerhin: Der Rückzug der Friedrich-Adler-Realschule erleichtere dem Gemeinderat die Entscheidung - „nun müssen wir niemanden durch ein Nein beschädigen“.

Der Gemeinderat gab grünes Licht. Nur Godel-Ruepp und Klaus Reich von der SPD enthielten sich der Stimme.

 

Schwäbische Zeitung vom 26.03.2014 / Regionalausgabe Laupheim

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