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Die Geschichte lebendig halten

Wanderausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ weckt großes Interesse

Die Peer Guides (von links) Vanessa, Isabelle und Mertkan sprechen über die Ausstellung mit Michael Niemetz, Johannes Welz und Birgit Gutmann. Agathe Markiewicz

Laupheim/sz Wie würde Anne Frank heute leben? Würde sie auf der Terasse sitzen, in eine Decke gehüllt, Tee trinkend und Briefe schreibend an ihre Kinder und Enkel? In diesem Jahr wäre sie 85 Jahre alt geworden. Es ist eine schöne Vorstellung, die Bürgermeister Rainer Kapellen skizziert-, aber Anne Frank durfte nur 18 Jahre alt werden. Sie starb einige Wochen vor der Befreiung 1945 im Konzentrationslager Bergen-Belsen an Typhus.

 

 

„Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ heißt die neue Wanderausstallung im Museum zur Geschichte von Christen und Juden. Sie ist deutschlandweit zu sehen. Am Donnerstagabend ist sie in Laupheim vor vollem Haus eröffnet worden. „Die Besucherzahlen für den Eröffnungsabend sind so angestiegen, dass wir auf das Kulturhaus ausweichen mussten“, sagt Bürgermeister Rainer Kapellen in seinem Grußwort. „Das zeigt, dass das Konzept ankommt.“

 

Aufzeichnungen berühren

 

Kapellen erinnert an das 18-jährige Mädchen, das in seinem Tagebuch einen persönlichen und privaten Einblick in den Alltag gewährt. „Die Aufzeichnungen berühren“, sagt er. „Gleichzeitig gilt es, die Augen vor den braunen Dumpfbacken, die überall ihr Unwesen treiben, nicht zu verschließen.“ Er deutet die Situation in der Ukraine an. „Kaum sind die Olympischen Spiele vorbei, fällt die russische Maske.“

 

Die Geschichte Anne-Franks wird verbunden mit der Geschichte der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus, der Judenverfolgung, des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs. Neben der Perspektive der Verfolgten und ihrer Helfer wird die Perspektive von Mitläufern und Tätern dargestellt. Den Schulen komme die wichtige Aufgabe zu, dieses komplexe und schwierige Thema zu vermitteln, sagt Kapellen. „Dazu gehört auch die neue Ausstellung und ihr Konzept, dass Schüler anderen Schülern ein Thema näher bringen.“

 

Stellvertretend für die 30 Peer Guides veranstalten Vanessa, Isabelle und Mertkan eine Frage-Antwort-Runde mit dem Museumsleiter Michael Niemetz, der Schulsozialarbeiterin Birgit Gutmann und dem Rektor der Friedrich-Uhlmann-Schule, Johannes Welz, der stellvertretend für die weiterführenden Schulen anwesend ist.

 

Mit einem kleinen Scherz eröffnen die Schüler die Unterhaltung: „Herr Welz, haben Sie das Tagebuch gelesen?“ „Ja, aber damals war ich viel zu jung“, sagt er.

 

Die Frage an Birgit Gutmann lautet, warum diese Ausstellung so wichtig ist. Ihre Antwort: „So kann man Geschichte lebendig erhalten, denn es ist nicht immer einfach, Schülern Geschichte zu vermitteln. Das werdet ihre bestimmt auch mal erleben, wenn ihr die jungen Leute durch die Ausstellung führt.“ Die Schulsozialarbeiterin erzählt, dass sie eine eher mäßige Schülerin gewesen sei. Dann habe sie das Tagebuch der Anne Frank in die Hände bekommen. „Das Buch hat mich damals berührt, und es berührt mich heute immer noch.“

 

Von Michael Niemetz wollen die Schüler wissen: „Wie finden sie es, dass keine Profis durch die Ausstellung führen?“ „Ich finde es fabelhaft“, sagt der Museumsleiter. „Ihr seid emotional viel näher an Anne Frank dran als wir Erwachsenen.“

 

Schüler sind wichtige Stütze

 

Die Arbeit der Peer Guides unterstreicht auch Annemarie Hühne vom Anne-Frank-Zentrum in Berlin. „Die Schüler sind eine wichtige Stütze für die Ausstellung.“ Sie stellt in kurzen Worten die Arbeit des Zentrums vor, das eine Partnerorganisation des Anne-Frank-Hauses in Amsterdam ist. Deutschlandweit rücke es die Erinnerung an Anne Frank und ihr Tagebuch in den Blickpunkt. Dabei engagiert sich das Zentrum für Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie und tritt Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung entschieden entgegen.

 

Geigenklänge erfüllen das Kulturhaus. Zwei junge Mädchen singen jüdische Lieder. Zuerst etwas schüchtern, aber das legt sich schnell. Den Zuhörern gefällt die Musik der Friedrich-Uhlmann-Schüler zwischen den Wortbeiträgen. Im Anschluss haben die Besucher die Möglichkeit, die Ausstellung zu besuchen und bei Häppchen und Getränken ins Gespräch zu kommen.

 

Schwäbische Zeitung vom 08.03.2014 / Regionalausgabe Laupheim

 

Link zur Ausstellung

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